Sick Metallwarenfabrik

Die Metallwarenfabrik Otto Sick wurde im Jahr 1910 in Emmendingen gegründet. Die ersten Jahre waren geprägt von handwerklicher Präzision und regionaler Kundschaft. Doch schon bald erkannte Sick die Chancen in der Wein- und Obstbauregion am Kaiserstuhl: Ab den 1920er-Jahren fertigte er Rebspritzen, Baumspritzen und Geräte für den Kellereibetrieb. 

Mit der Erweiterung der Werkstätten 1925 begann die Industrialisierung: Press-, Stanz- und Drehmaschinen hielten Einzug. In den 1930er-Jahren wagte das Unternehmen den Schritt ins Ausland und belieferte Winzer in Holland, der Schweiz und Spanien. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte die große Innovationsphase: 1953 präsentierte Otto Sick das „Sterilo“-Schwefelsprühgerät, das in Kellereien weltweit zum Standard wurde. Bald darauf revolutionierte die Firma die Flaschenbearbeitung mit Maschinen wie der „Tip-Top“-Kapselrollmaschine und der „Favorit“-Verdrahtungsmaschine – die erste vollautomatische ihrer Art, mit einer Leistung von 2000 Flaschen pro Stunde.

In den 1960er-Jahren war Otto Sick ein Synonym für Fortschritt in der Wein- und Sektindustrie. Die Maschinen aus Emmendingen prägten die Rationalisierung in Kellereien und machten den Betrieb zu einem internationalen Technologieführer. Auch wenn sich die Unternehmensstruktur später wandelte und Teile in neue Gesellschaften übergingen, lebt der Name weiter: Ersatzteile und Service für die legendären Maschinen werden bis heute angeboten.